Badminton Bälle liegen hier als Naturfederball und als Nylonball, und diese Entscheidung fällt vor allen anderen. Etwas mehr als die Hälfte des Sortiments entfällt auf Nylon, der Rest auf Naturfeder. Nylon übersteht Schulsport und Trainingsbetrieb und beginnt bei der kleinen Dose unter 10 Euro. Ein Naturfederball fliegt genauer, ist aber nach ein paar harten Sätzen verbraucht. Die zweite Entscheidung steht als Zahl oder Farbe auf dem Deckel und meint das Tempo.
Schulhalle, Training, Punktspiel
In der Schulhalle und im Garten ist der Nylonball gesetzt. Der Kranz aus Kunststoff hält Schläge gegen Boden und Netzpfosten aus, und eine Dose reicht über eine ganze Saison. In den ersten Wochen zählt das mehr als das Flugverhalten, zumal ein Anfängerschlag den Ball selten sauber trifft. Die passenden Rahmen dazu stehen bei den Badmintonschlägern.
Wer zweimal die Woche im Verein spielt, steht vor der eigentlichen Frage. Im Training bleibt Nylon aus Kostengründen die Regel, für Punktspiele und Ranglistenturniere führt am Naturfederball kein Weg vorbei. Er bremst nach dem Schlag stärker ab, der Clear kommt früher herunter, der Drop stirbt vorn am Netz. Vor der ersten Turnierserie gewöhnt man sich besser früh an den Ball, mit dem dort gespielt wird. Viele Gruppen legen sich beides hin: Nylon für das Techniktraining, Feder für die Spielrunde am Ende.
Naturfeder, Nylon und was dazwischen liegt
Ein Naturfederball trägt 16 Federn, meist von der Gans, sonst von der Ente. Die Laws of Badminton des Weltverbands BWF legen ihn eng fest: Die Federn messen einheitlich 62 bis 70 Millimeter von der Spitze bis zur Oberkante des Fußes, ihre Spitzen stehen auf einem Kreis von 58 bis 68 Millimetern Durchmesser, der Fuß misst 25 bis 28 Millimeter im Durchmesser und ist unten gerundet. Das Gewicht liegt zwischen 4,74 und 5,50 Gramm. Für Nylonbälle lässt dieselbe Regel bis zu zehn Prozent Abweichung bei Maßen und Gewicht zu, weil Kunststoff eine andere Dichte hat als eine Feder. Nur der Fuß bleibt gleich. Daher der bekannte Eindruck: Ein Nylonball fliegt ähnlich und fühlt sich am Schläger doch anders an.
Auch innerhalb der Nylonbälle gibt es zwei Ausführungen des Fußes. Ein Korkfuß nimmt den Schlag weicher an und kommt dem Federball näher, ein reiner Kunststofffuß bleibt härter im Anschlag. Welche Modelle einen Korkfuß haben, steht im Artikelnamen, man muss also nicht raten. Dazwischen liegen einzelne Hybridmodelle, die mit den Geschwindigkeitszahlen der Naturfederbälle geführt werden. Naturfederbälle gibt es hier in Weiß, bei Nylon stehen Weiß und Gelb nebeneinander. Gelb hebt sich vor hellen Hallenwänden besser ab.
Was die Zahl auf dem Deckel bedeutet
Diese Angabe ist keine Marketingstufe, sondern gemessen. Die Laws of Badminton schreiben dafür einen vollen Aufschlag von unten vor, der den Ball über der Grundlinie trifft und ihn nach oben parallel zu den Seitenlinien schickt. Ein Ball mit richtiger Geschwindigkeit landet nicht weniger als 530 und nicht mehr als 990 Millimeter vor der gegenüberliegenden Grundlinie. Warme Hallenluft trägt weiter, kalte bremst. Deshalb gibt es denselben Ball in mehreren Tempi.
Bei Nylonbällen steht das Tempo als Farbe auf dem Deckel. Yonex hängt die Farben der Mavis-Serie an ein Temperaturband: Grün gilt als langsam für die warme Halle, Blau als mittel, Rot als schnell für kalte Luft. Im Sortiment tauchen die Stufen als langsam, mittel und schnell auf, viele Modelle werden in mehreren davon geführt, die Angaben überschneiden sich also. Bei Naturfederbällen steht statt der Farbe eine Zahl auf der Dose. Nebeneinander laufen 76, 77 und 78, welche Stufen eine Serie führt, unterscheidet sich je Marke. Yonex zählt bei der Aerosensa-Reihe anders und koppelt die Ziffer ebenfalls an die Temperatur, je höher die Ziffer, desto kühler die Halle. Die Bänder überlappen sich in beiden Systemen. Eine Stufe ist eine Empfehlung mit Übergang, keine scharfe Grenze.
| Kennzeichnung auf der Dose | Was sie bewirkt | Für welche Halle |
|---|---|---|
| grüner Deckel, langsam (Nylon) | kürzester Flug, ausgelegt auf 22 bis 33 Grad | überheizte Turnhallen, Hochsommer |
| blauer Deckel, mittel (Nylon) | Standardtempo für 12 bis 23 Grad | normal temperierte Vereinshalle |
| roter Deckel, schnell (Nylon) | trägt in dichter Luft bis nach hinten, 0 bis 13 Grad | ungeheizte Hallen, Winter, draußen |
| 76 (Naturfeder) | langsamste der geführten Stufen, kürzerer Flug | warme Halle, Sommermonate |
| 77 (Naturfeder) | die im Sortiment am breitesten geführte Stufe | Training und Punktspiel das ganze Jahr |
| 78 (Naturfeder) | fliegt weiter, gleicht kühle Hallenluft aus | kalte Hallen im Winterhalbjahr |
| Ziffernskala (Yonex Naturfeder) | eigene Skala nach Temperatur: 1 ab 33 Grad, 3 für 22 bis 28 Grad | Aerosensa-Bälle, Bänder überlappen sich |
Warum im Winter der schnellere Ball fliegt
Der Ligabetrieb im deutschen Badminton läuft von September bis April, und in den Wintermonaten wird in vielen Hallen nur mäßig geheizt. Kalte Luft ist dichter und bremst, also greifen Gruppen im Winter oft eine Stufe schneller als im Sommer: bei Nylon der rote statt der blaue Deckel, bei Feder die 78 statt der 77. In einer überheizten Halle im Hochsommer kehrt sich das um. Draußen bleibt ohnehin nur Nylon, und auch das nur bei ruhiger Luft. Ein Federball taumelt schon bei leichtem Zug, und Feuchtigkeit macht die Federn schwer. In einer kalten Halle im Januar bleibt das lange Oberteil aus der Badmintonbekleidung die ersten Ballwechsel an, bis der Kreislauf mitspielt.
Haltbarkeit, Lagerung und der Wechsel
Federn sind Naturmaterial. Eine angebrochene Dose bleibt geschlossen und lagert kühl, nicht über Nacht im Auto und nicht neben der Heizung. Im Training wandert besser die ganze Dose durch, statt immer denselben Ball zu schlagen, dann verschleißt der Satz gleichmäßig. Fällig ist ein Federball, sobald eine Feder gebrochen ist oder der Kranz sich geweitet hat: Der Flug läuft unruhig, die Länge stimmt nicht mehr. Nylonbälle halten viel länger, altern aber auch. Reißt der Kranz am Rand ein oder ist der Fuß eingedrückt, fliegt der Ball flacher, als der Schlag hergibt. Im Gepäck gehört die Dose ins feste Fach und nicht unter die Rahmen, die Badmintontaschen haben dafür meist ein eigenes Seitenfach. Wer nach zwei Stunden Halle nasse Hände hat, wechselt zuerst das Griffband: Nachschub liegt bei den Badmintongriffbändern.
Was in der Dose steckt und was sie kostet
Rund zwei Drittel des Sortiments tragen Victor und Yonex, daneben stehen Oliver, RSL, Forza, Carlton und Talbot Torro. Bei Victor heißt die Nylonreihe Shuttle, die Naturfederbälle laufen von Pro Court über Champion bis Goldchampion. Yonex trennt genauso: Mavis für Nylon, Aerosensa für Naturfeder, wobei erst die oberen Stufen der Reihe die Gänsefeder im Namen tragen. Dazu kommen die Tourney-Bälle von RSL, die Apex-Serie von Oliver und die S-Modelle von Forza. Nylon kommt als Dreier- oder Sechserdose, Naturfeder fast durchgehend als Zwölferdose. Für den laufenden Trainingsbetrieb gibt es den Karton mit zehn Sechserdosen. Der lohnt wegen des Nachschubs, nicht wegen des Preises: Je Dose gerechnet liegt er ungefähr auf dem Niveau der einzelnen Dose. Unter 10 Euro beginnt der Nylonball für Schule und Freizeit, eine Zwölferdose Naturfeder startet bei gut 20 Euro und reicht hinauf bis zur Premium-Gänsefeder der Turnierserien. Als Fachhandel seit 2003 führen wir diese Serien nebeneinander, statt eine Marke stellvertretend für alle zu nehmen. Was sonst in die Tasche gehört, steht beim Badmintonzubehör, der Überblick über die Warengruppe im Badmintonbereich.
Fragen aus der Beratung zum Federball
Welche Badmintonbälle sind für Anfänger geeignet?
Nylonbälle in mittlerer Geschwindigkeit. Der Kunststoffkranz übersteht Fehltreffer und den Hallenboden, und eine Dose hält länger als jeder Federball. Erst wenn Clear und Drop zuverlässig sitzen, lohnt der Umstieg. Zum Ausprobieren genügt die Dreierdose, für den wöchentlichen Termin lohnt die Sechserdose.
Was ist der Unterschied zwischen Naturfederbällen und Nylonbällen?
Der Kranz. Beim Federball besteht er aus 16 Federn, beim Nylonball aus Kunststoff. Die Laws of Badminton erlauben dem Nylonball bis zu zehn Prozent Abweichung von Maßen und Gewicht des Federballs, nur der Fuß bleibt gleich. Der Federball bremst deutlicher ab und lässt sich präziser stoppen, der Nylonball hält länger.
Was bedeutet die 77 oder 78 auf der Dose?
Die Geschwindigkeit, und die ist nach den Laws of Badminton gemessen, nicht vom Hersteller gesetzt. 78 fliegt weiter als 77 und passt damit in kühlere Hallen, 76 bleibt der Ball für warme Luft. In der Gruppe gilt meist, was schon gespielt wird: Erst ein einheitlicher Ball macht die Länge über den Abend vergleichbar.
Was sagt die Farbe des Deckels über den Ball aus?
Bei Nylonbällen das Tempo, nicht die Farbe des Balls. Ein gelber Ball kann unter grünem, blauem oder rotem Deckel liegen. In deutschen Hallen passt meist die mittlere Stufe. Genormt ist die Benennung nicht: Manche Hersteller schreiben langsam, mittel und schnell auf die Dose statt einer Farbe.
Wie lange hält ein Naturfederball?
Das hängt am Schlagtempo. Im Ligaspiel gehen Bälle nach wenigen Sätzen aus dem Spiel, im Freizeitdoppel hält derselbe Ball einen ganzen Abend. Gewechselt wird, sobald eine Feder gebrochen ist oder der Kranz sich geweitet hat. Kühl gelagerte Dosen halten länger als solche, die im Kofferraum durchheizen.
Welche Bälle eignen sich für draußen und bei Wind?
Nur Nylonbälle, und auch die nur bei ruhiger Luft. Federn sind zu leicht, ein Federball taumelt schon bei leichtem Zug und saugt sich auf feuchtem Rasen voll. Im Freien lohnt die schnellste Nylonstufe, weil ein schneller Ball flacher fliegt und sich weniger abtreiben lässt.
































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